Glauben
Sie an Geister?
Grüße von OmaKann
ein Medium den Kontakt zu Verstorbenen herstellen? Ein Besuch beim
walisischen Geisterseher Paul Meek
Für die
geistige Welt bin ich eine Art Telefon.“ Der kleine Mann im grauen Anzug
lächelt mich freundlich an. Ich entspanne mich ein wenig. Paul Meek weckt
Vertrauen, könnte auch Psychologe sein oder Lehrer. Dabei übt er
den ungewöhnlichsten Beruf der Welt aus: Er spricht mit den Toten.
Sagt er. Eine Aussage, die sofort Misstrauen weckt: Wie macht er das?
Scharlatanerie? Oder lebt man nach dem Tod wirklich weiter? Und kann durch
Leute wie diesen kleinen Mann kommunizieren? Fragen, die so existenzielle
Themen berühren, dass mir beim Hausbesuch das Herz bis zum Hals schlägt.
München,
eine kleine Vorortsiedlung. Innen ist die Einrichtung plüschig, eine
Kerze brennt, auf dem Tisch funkeln Kristalle. Paul ist geschäftig,
bringt Wasser, Kaffee, lächelt oft. Blättert stolz durch seine Bücher,
das neueste trägt den Titel „Das Leben ohne Ende“. An seinem Akzent hört
man, dass er aus Großbritannien stammt, sein früherer Beruf – er war
Opernsänger – führte ihn nach Deutschland. „Ich bin in Wales groß
geworden“, erklärt Paul. „Dort ist es ganz normal, mit Toten zu
sprechen.“ Schon als Junge habe er die Geistwesen wahrgenommen, nach
einer Krankheit, bei der er nur knapp dem Tod entronnen ist. Hierzulande hätte
man das Kind wahrscheinlich zum Psychiater geschickt – in dem keltischen
Land empfahl man dem Bergarbeitersohn eine spirituell ausgerichtete
Kirche, die Spiritualist Church, in der er lernte, seine Kräfte
kontrolliert einzusetzen. „Damit die Geistwesen nicht die ganze Zeit mit
mir Kontakt aufnehmen.“ Irgendwie gruslig. Es
hilft nichts, ich muss es auch mal probieren. Ich habe ihm nichts weiter
über mich verraten, nur, dass ich nicht weiß, ob ich an das Leben nach
dem Tod glauben soll. Paul setzt sich mir gegenüber, erklärt, dass er
mich kurz an den Händen fasst und dann schaut, „wer vorbeikommen
will“. Ja, genauso sagt er es. Wehen jetzt Gardinen? Ruckelt der Stuhl?
Nichts dergleichen. Ich spüre nur seine Hände, warm und voller
Energie. Nach
ein, zwei Minuten Berührung legt Paul los. Redet schneller als vorher. Er
habe eine Frau gesehen, sagt er, älter, mütterlich, die gern gekocht
hat, mich nur als Kind kennt. Und wahnsinnig stolz auf mich ist. Ganz
klar, meine Oma. Aber auf wessen Großmutter passt diese Beschreibung
nicht? Erstaunlicher finde ich die nächsten „Gäste“: eine junge Frau
mit gesträhntem Haar. Paul hört ihr Lachen. Und sie will mir zuprosten
… Ich bin verwirrt. Da gab es wirklich eine verstorbene Schulfreundin,
auf die diese Beschreibung passt. Und jetzt legt sich noch eine Geistkatze
auf meine Schulter, sagt Paul. Hm,
ich habe eben ein Katzenhaar von meinem Shirt gezupft. Aber dass
„Tiger“ meine verblichener Kater, gern über meiner Schulte hing, hat
das Medium gut erraten. Möchte ich den Geistern etwas
ausrichten? Nein, das ist mir doch zu abgefahren. Ich will nur wissen, ob
es ihnen gut geht. „Aber ja“. Ich
bin froh, als die Seance zu Ende ist. Wie macht er das nur? Paul „ Ich
konzentriere mich. Und dann sehe ich Bilder.“ Eine begehrte Gabe und –
weil an seinen Künsten so großer Bedarf besteht., bietet er momentan
keine Einzelsitzungen an, nur „mediale Abende“. „Den Leuten tut es
gut, mal über Todesfälle zu sprechen“, erklärt Paul Meek das Phänomen.
„Gerade wenn Dinge im Leben ungesagt blieben …“ Bin ich überzeugt?
Ich weiß nicht, mir waren die „Besucher“ dann doch zu unkonkret.
Falls es einen Telefonleitung ins Jenseits gibt, überlege ich mir später,
sollte man aber gar nicht fragen, ob die Geistwelt real existiert. Sondern
was uns der Kontakt bringt: Linderung von Todesangst,Trost … Das
Medium als übersinnlicher Therapeut, hilfreich in einer Welt, die den Tod
sonst ausgesperrt hat. „Du bist behütet, die Geistwesen passen auf dich auf“, sagt Paul zum Abschied. Wie schön. Grüße an Oma. Vielleicht hört sie mich ja.
Bewertung: nonymer Benutzer (29.06.2008 13:13) Was ich nicht sehen kann glaube ich nicht?Geht es ihnen so, liebe Frau SchädlichSchade,dass in Ihrem Artikel nicht nur Skepsis, sondern auch noch die zynische Bemerkung "Grüße an Oma" zu lesen sind.Ich versichere Ihnen, es kommt der Tag an dem Sie ein Schlüsselerlebnis haben werden (oder hatten Sie es schon?) und dann ist es Ihnen der geschriebene Artikel nicht nur peinlich. Ach, wie war das eigentlich mit Jules Vernes Bücher? Und Galileo Galilei, hat man den beiden zu deren Zeit geglaubt? Tipp, beschäftigen Sie sich eingehend mit der Materie "Medium", es kann Ihnen nur hilfreich sein, in jeder Beziehung. Und-immer schön mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben.
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