Ein Medium zum Anfassen
von unserer Familien-Expertin Ruth Eder
Begegnung mit Paul Meek

 
„Deine Mutter lächelt und bedankt sich bei dir“
Wie läuft so eine Sitzung wohl ab mit einem berühmten Medium, das von sich behauptet, Kontakt mit dem Jenseits und mit Verstorbenen herstellen zu können? Als "aufgeklärter" Mensch des 21. Jahrhunderts ist frau natürlich skeptisch und als Journalistin von Berufs wegen sowieso. Die Journalistin und womenweb-Kolumnistin Ruth Eder traf den sympathisch scheuen Briten in seiner Münchner Wohnung und ist seither überzeugt: Es gibt ein Leben nach dem Tod. Hier ihr Erfahrungsbericht.

Vor dem Haus von Paul Meek stehen Laubbäume in herbstlicher Farbenpracht. Mir klopft das Herz, als ich läute. Wie wird er mir wohl entgegen kommen, dieser Mann, von dem ich weiß, dass er Mitte 40 ist, aus Wales stammt und in England früher Opernsänger war. Die Musik hat ihn, dessen hellseherischen Fähigkeiten schon als Kind erkannt wurden, schließlich nach Deutschland geführt. Er sang bei den Bayreuther Wagner-Festspielen, lernte dabei Deutsch und fühlte, dass er hier eine Aufgabe hatte, sagt er mir später im Interview.

Max Thanner, seine rechte Hand und Manager öffnet. Ein jovialer, bodenständiger Allgäuer, früher Geschäftsmann und inzwischen eine Art "Jünger" Paul Meeks, der dem "Meister" allzu irdische Ärgernisse wie Terminplanung, Presse-Kontakte, Buch-Verkauf abnimmt und im selben Haus im Parterre logiert. Er erinnert mich irgendwie an den patenten Petrus im Neuen Testament.

Paul Meek kommt kurze Zeit später, er hatte eben noch eine Sitzung mit einer jungen Ärztin, die mehr Medialität und spirituelle Heilungskräfte in ihren Beruf einfließen lassen will. Er ist nicht sehr groß, rotblond und hat ein verschmitztes, jungenhaft wirkendes Gesicht. Blaue Augen mustern mich aufmerksam und ungeheuer freundlich. Er hat rein gar nichts Jenseitiges an sich, er tritt auf, wie einer, der hier ganz pragmatisch seinen Job macht, für den er halt ein besonderes Talent mitbekommen hat. Damit verhält es sich so ähnlich, wie mit der Musikalität, meint er nebenbei. Keinerlei Hokuspokus, sehr viel Bescheidenheit, britisches Understatement, das mich weit eher überzeugt, als bemüht esoterische Gewänder, Sphärenklänge im Background und Räucherduft mancher medialer "Konkurrenten". Ein Gefühl des wohligen Angenommenseins macht sich in mir breit. Paul Meek beobachtet genau, aber er urteilt nicht, sondern betrachtet einen ganz offenbar mit großem Wohlwollen. Ich habe das Gefühl, dass er mich auf Anhieb bis auf den Grund meiner Seele durchschaut, aber das stört mich komischerweise nicht.

Sind Männer oder Frauen medialer veranlagt, will ich wissen. "Bisher waren es zu 80 Prozent Frauen, aber die Männer holen auf, besonders die jungen" sagt Paul Meek mit seinem britischen Akzent, der einem gleich die Scheu vor der "weihevollen" Stunde nimmt, die gleich folgen soll.

Seit 25 Jahren arbeitet Paul jetzt schon als Medium und hat nach zahlreichen TV-Auftritten einen großen Bekanntheitsgrad erreicht. Seine "medialen Abende" und Seminare sind Monate im Voraus ausgebucht, Einzelsitzungen hält er wegen totaler Überlastung und anderer Aufgaben nicht mehr, "was ich sehr bedauere", meint er. Denn, so fährt Meek fort, "jeder Mensch hat mediale Fähigkeiten, sie sind nur verschieden stark aufgeprägt". Bei mir wird er später eine gewisse heilerische Kraft in den Händen feststellen, da er mich während der ganzen 45minütigen Einzelsitzung an beiden Händen hält, um mit meinem Unbewussten und dem Jenseits besser in Kontakt zu kommen.

 

Paul Meek ist, im Gegensatz zu vielen seiner "Kollegen", tatsächlich ein "Medium zum Anfassen": Seine Seminare sind erstaunlich erschwinglich, Meek will auch Menschen erreichen, "die nicht so viel Geld haben." Arbeitslosen oder Leuten mit sehr geringem Einkommen hilft er zuweilen auch unentgeltlich. Weg geschickt hat er bisher nur zwei Menschen von Tausenden. "Die waren leider beide völlig verrückt", sagt er. Ob Frauen der Motor des neuen Zeitalters sind, frage ich. Man hört ja so viel davon, wie wichtig weibliche Energie und Talente fürs 21 Jahrhundert sein werden. "Die Seele ist geschlechtslos", klärt mich Meek auf und außerdem, fährt er fort, wird man im Laufe der Zeit ohnehin mal als Mann, mal als Frau wieder geboren.

Ob er daran glaubt, dass es eines Tages Frieden auf der Erde geben wird, wenn alle Seelen weit genug fortgeschritten sind? "Zwar ist das Licht letzten Endes stärker als die Finsternis, aber es wird immer ein Kampf zwischen Gut und Böse bleiben. Absoluten Frieden wird es nicht geben" bedauert das Medium. Auf die Frage, wieso Gott weiterhin Kriege geschehen lässt, verweist er auf den freien Willen des Menschen, der sich täglich neu entscheiden kann. "Einen ganz großen Durchbruch" sieht er in der weltweiten Bemühung um bessere Lebensbedingungen für Frauen, die "unbedingt mehr Freiheit haben sollten." Das hört frau als Kolumnistin eines großen Frauen-Portals natürlich ausgesprochen gern.

 
Das Leid auf der Welt und auch im individuellen Leben entsteht – so Meek – durch negatives Karma, ungelöste Schuld aus einem oder mehreren früheren Inkarnationen (Wiedergeburten), die sich im jetzigen Leben weiter auswirken. "Karma kann nur aufgelöst werden durch Liebe", betont Meek und verweist zwinkernd auf die böse Schwiegermutter, der frau einzig und allein mit Liebe und Entgegenkommen den Giftzahn ziehen könnte. Ein Medium, das erfreulich normal wirkt und es offenbar nicht nötig hat, "Heiligkeit" vor sich her zu tragen.

Paul Meek führt mich jetzt in den ersten Stock, in ein stilles, gemütliches Zimmer ganz in Gelb und Beige gehalten, wir setzen uns an einen kleinen Tisch gegenüber. Keine Glaskugel weit und breit, kein Dämmerlicht, nur Ruhe und Konzentration. Paul nimmt langsam und fest meine Hände, nachdem er ein Tonbandgerät angestellt hat, das die Sitzung aufzeichnen soll. Auf welchem Weg bekommen Sie Ihre Durchsagen, frage ich noch schnell, weil mir die konzentrierte Stille unheimlich wird. Aus dem Jenseits, telepathisch aus meinem Unbewussten oder wie? Paul ist nicht zu irritieren, vermutlich kennt er solche Ausweichmanöver aufgeregter Klienten: "Beides. Ich sehe Bilder, höre Geräusche wie Hundebellen oder Stimmen oder Kinderlachen und ich habe Durchgaben in Form von Gefühlen," antwortet er geduldig.

Er hält meine Hände, kurze Sammlung, ein kleines Gebet um göttliche Führung und Segen. Jetzt geht es ans "Eingemachte": Paul Meek weiß kaum etwas über mein Leben, keine Details aus der Familie. Ich hoffe, etwas über meine verstorbene Mutter zu erfahren. Wird sie erscheinen oder ist alles nur Show? Paul weiß vorher nie, wer mit ihm aus dem Jenseits Kontakt aufnimmt, sagt er. "Ich muss warten, wer kommt, man kann nichts erzwingen".

 

"Ich höre Musik, ich glaube Operettenmusik und sehe eine ältere Frau, ein bisschen dicklich, fröhlich, sie schaut dich sehr liebevoll an." Mein Gott, das ist meine Großmutter! Sie hat früher für Joopie Heesters geschwärmt und seine Operetten-Melodien! Sie wurde muntere 93. Das kann Paul wirklich nicht wissen. "Und dann sehe ich eine Frau, die war anscheinend sehr krank und sehr mager und jetzt zeigt sie mir Fotos, wie schön sie als junge Frau war. Sie weiß jetzt, was du während ihrer langen Krankheit für sie getan hast, sie lächelt und dankt dir dafür. Bei ihr ist ein Hund, ich höre ihn bellen und er rast jetzt mit großer Energie auf dich zu." Ich bin sprachlos. Meine Mutter starb tatsächlich qualvoll an Krebs. Und unser Hund Poldi ist auch dabei mit seinem ganzen Ungestüm. Tiere haben also tatsächlich eine Seele, das ist auch kein Wunder, bei all der Liebe, die sie einem geben. "Ja und dann ist da auch ein Mann, er ist sehr groß und er ist jung und ganz plötzlich gestorben. Er bringt dir Blumen und ich höre, dass er sagt: I`m sorry, I messed it up!" Er spricht tatsächlich Englisch aus dem Jenseits, mein erster Mann, der Amerikaner war. Er ist bei einem Hubschrauber-Absturz ums Leben gekommen. Unsere Kurz-Ehe war kein Honig-Schlecken. Jetzt bringt er mir Blumen und entschuldigt sich. Davon hatte Paul Meek nun wirklich keine Ahnung! Das ist für mich endgültig der Beweis, dass seine Visionen echt sind.

Mir wird ganz schwach, ich kämpfe mit den Tränen. Ich fühle, wie nah diese einstmals oder immer noch geliebten Menschen mir sind. Ich frage sie, wie es weiter gehen soll in meinem Leben, mit meiner Beziehung, mit meinem Beruf. Sie raten mir, Paul "übersetzt", er arbeitet wie eine spirituelle "Telefonzentrale" zwischen mir und meinen Verstorbenen. Ich spüre: Sie sind da, sie lieben mich noch immer und sie begleiten mich und meine Tochter, manchmal beschützen sie uns auch. Meine Mutter sagt, sie sei so stolz auf ihre Enkelin. Ja tatsächlich, die beiden hatten ein besonders inniges Verhältnis. Ich frage sie und meine Großmutter noch vieles. Die beiden haben sich versöhnt, wo sie jetzt sind und sie antworten mir durch den Mund Paul Meeks. Ich habe keinen Zweifel mehr.

Meine Mutter kommentiert das gegenwärtige Leben meines Vaters, ihres geschiedenen Mannes. Sie kommentiert meinen Berufsweg. Was sie anspricht, davon hatte Paul vorher keine Ahnung. Er nennt Details, die nur meine Mutter kannte. Auch über meine jetzige Beziehung und deren Probleme. Sie ist also wirklich da. Ich kann sie nicht sehen, nicht hören, aber fühlen. Vielleicht entstehen diese Kontakte ja wirklich in mir, aus mir heraus und Paul ist der hochsensible Vermittler. Ich trage nicht nur die Gene meiner Mutter und Großmutter, sondern auch ihre Zuneigung in mir, auch über den Tod hinaus.

Die Sitzung ist zu Ende. 45 Minuten sind verflogen. Ich spüre Freude und ungeheure Erleichterung. Wenn es wirklich keine Trennung durch den Tod, wenn es tatsächlich ein Weiterleben gibt, eine zweite, eine dritte Chance, wovor haben wir Menschen dann eigentlich noch Angst?

 

Das spirituelle Portal im Internet können Sie unter www.paulmeek.de besuchen!

TV-Auftritt: Am 30. 10. um 21.05 im ORF 2 in der Talkshow "Vera"

Buchtipp:
Paul Meek
Der Himmel ist nur einen Schritt entfernt - Mein Weg zum Medium. Verlag Thanner München
Euro 15,40